Raffael Riedo, ehemaliger Student in Elektrotechnik

« Als ich mein Studium an der HTA-FR abgeschlossen hatte, habe ich angefangen, in einem sehr kleinen Ingenieurbüro im Senseland zu arbeiten. Wir waren nur zu dritt, und alle waren zweisprachig. Meistens sprachen wir untereinander Deutsch und auch Inventarlisten und ähnliche interne Dokumente waren in Deutsch geführt. Dieser Betrieb war in der Automatisierungsbranche, mehrheitlich im westlichen Mittelland, tätig.

Dadurch hatten wir Kunden sowohl aus der Deutschschweiz als auch aus der Romandie. Da es ein Kleinstbetrieb war, war ich zum Teil alleine für ein Projekt – von der Offerte bis zur Rechnung – verantwortlich, was auch Kundenkontakt und Austausch mit Lieferanten beinhaltete, wobei dies vor Ort, telefonisch oder schriftlich sein konnte.

Mir ist aufgefallen, dass die meisten Personen, mit welchen ich interagiert habe, es sehr geschätzt haben, wenn sie sich einfach in ihrer Muttersprache verständigen konnten. Und auch wenn dies nicht der Fall war, konnten Sie dennoch wählen, ob Sie lieber Deutsch oder Französisch sprechen wollten. »

Effizienter zusammenarbeiten

« Dies hatte oftmals nicht nur eine effizientere Zusammenarbeit als Ergebnis (durch weniger Missverständnisse und keinen Zeitverlusten, um irgendwelche Übersetzungen zu suchen), sondern auch angenehmere Kaffee- oder Mittagspausen, wenn man mal dort vor Ort ist, da es fast automatisch eine angenehmere Stimmung gibt und man einfacher einen Schwatz halten kann, was vor allem bei regelmässigerem Kundenkontakt nicht zu vernachlässigen ist.

Aber auch Beziehungen zu Lieferanten oder anderen Dienstleistern lassen sich einfacher gestalten, da man auch da einfacher mit diesen Personen in Kontakt treten kann, wenn man sie braucht, und Offerten und E-Mails nicht hin und her übersetzt werden müssen, was erneut weder effizient noch angenehm ist und einfacher zu Missverständnissen führt. Dies ist auch wahr, wenn man mit grösseren Betrieben interagiert und man zum Beispiel telefonisch von einer deutschsprachigen zu einer französischsprachigen Person – zum Beispiel in einer anderen Abteilung – weitergeleitet wird. Vor allem hier habe ich öfter sinngemäss folgenden Satz (in beiden Sprachen) gehört: Heureusement que vous parlez français, j'avais peur de devoir sortir mon allemand d'école primaire. »

Angenehmere Arbeitsbeziehungen

« Nach mehreren Jahren an derselben Arbeitsstelle habe ich vor einem Jahr gekündigt und eine andere Stelle begonnen in einer international tätigen Grossfirma. Zwar ist dort die Standardsprache Englisch, jedoch habe ich auch dort realisiert, dass die meisten Kollegen es schätzen, wenn sie in ihrer Muttersprache sprechen können, vor allem da nicht alle dieselben Englischkenntnisse haben.

Und auch da habe ich realisiert, dass es einfacher und effizienter und vor allem angenehmer für alle Beteiligten ist, wenn man sich mit den Französischsprachigen auf Französisch und mit den Deutschsprachigen auf Deutsch unterhalten kann.

Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass es in meinem Arbeitsleben nur von Vorteil ist, mehrsprachig zu sein, und die meisten Kollegen es schätzen, wenn sie sehen, dass sich die meisten Mitmenschen – Kollegen, Kunden, Lieferanten, aber auch normale Menschen, welchen man auf der Strasse oder sonst wo begegnet – Mühe geben, sich in ihrer Sprache zu verständigen, auch wenn es nicht perfekt sein sollte. »

15 juin 2023
En poursuivant votre navigation sur ce site, vous acceptez l'utilisation de cookies pour améliorer votre expérience utilisateur et réaliser des statistiques de visites. Lire les mentions légales