Kunstwerke über Farbstoffe datieren, ohne wirksame Extraktion unmöglich

Der Dr. Max Lüthi Award wurde für das Jahr 2022 an Stefanie Rychard für ihre Bachelorarbeit verliehen. Stefanie hat ihren Bachelor in Chemie an der HEIA-FR im Jahr 2021 abgeschlossen und sich mit dem Thema "Optimierung von Extraktionsmethoden für die Analyse von Naturfarbstoffen in Objekten des kulturellen Erbes" beschäftigt. Die Arbeit, für die sie ausgezeichnet wurde, wurde von Dr. Laura Hendriks und Prof. Dr. Cyril Portmann zu einem Thema betreut, das mit einem Forschungsprojekt von Dr. Laura Hendriks zusammenhing.

Die preisgekrönte Arbeit fügt sich in einen grösseren Projektkontext ein, nämlich die Möglichkeit, gefärbte Artefakte mit Radiokohlenstoff (14C) zu datieren, indem speziell die natürlichen organischen Farbstoffe untersucht werden. Diese erfordern eine Extraktion mit anschliessender Reinigung, um sie von ihrer organischen Matrix zu trennen und ihre Identifizierung zu ermöglichen. Ziel des Projekts ist die Optimierung der Extraktion und Analyse roter Verbindungen, die in mit Krapp gefärbten Textilien vorkommen. Der rote Farbstoff wird aus den Wurzeln von Pflanzen aus der Familie der Rubiaceae (Rotgewächse), wie Rubia cordifolia L. und Rubia tinctorum L. gewonnen. Die erarbeitete Extraktionsmethode erlaubt es, den Komplex zwischen Farbstoff-Metall und Textilfaser aufzubrechen. Damit lassen sich die exogenen Quellen von Kohlenstoffatomen minimieren, welche die Datierung von Artefakten beeinflussen können, während die Konzentration an Farbstoff maximiert wird. Gleichzeitig werden die Textilfasern nur teilweise hydrolysiert, was eine saubere Trennung mit dem Farbstoff begünstigt.

Der renommierte Dr. Max Lüthi Award, mit welchem schon andere Studenten der HTA-FR ausgezeichnet wurden, einige von ihnen jetzt Dozent an der Schule, ist ein Preis, der einmal jährlich von der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft (SCS) vergeben wird.

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30. September 2022