Die Luftqualität in geschlossenen Räumen stellt heute eine grosse Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Hauptaufgabe des im Jahr 2022 gegründeten Vereins «Observatoire Romand et Tessinois de la Qualité de l'Air Intérieur» (ORTQAI) ist die Bewertung der Innenluftqualität.

ORTQAI vereint private und öffentliche Partner mit dem gemeinsamen Ziel, die Quellen und Risiken der Luftverschmutzung in Innenräumen zu identifizieren und Massnahmen und Empfehlungen für ein gesundes Innenraumklima vorzuschlagen. Präsidiert wird der Verein von Joëlle Goyette Pernot, Professorin an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA-FR), am Institut TRANSFORM, welches dem Smart Living Lab angegliedert ist. Am 23. November 2023 findet in Freiburg das erste Jahrestreffen mit Generalversammlung und einer Tagung zum Thema Luftqualität in Schulen statt.

Die Luftqualität in Innenräumen verdient mehr Aufmerksamkeit

In der Schweiz verbringen wir durchschnittlich 80 bis 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen, wobei dieser Anteil bei den schwächsten Bevölkerungsgruppen wie Kleinkindern, älteren und kranken Menschen noch höher ist. Ein gesundes Innenraumklima stellt daher für die öffentliche Gesundheit eine Herausforderung dar, mit der sich der am 13. Oktober 2022 offiziell gegründete Verein «Observatoire Romand et Tessinois de la Qualité de l'Air Intérieur» (ORTQAI) intensiv beschäftigt. Gemäss der Vision des Vorstands ist es angesichts der zahlreichen Schadstoffquellen und der aktuellen Baupraktiken und Energieziele im heutigen Kontext einer sich global verändernden Umwelt von grösster Bedeutung, die Qualität der Innenraumluft zu überwachen. Deshalb hat ORTQAI es sich zur Aufgabe gemacht, die Luftqualität in verschiedenen Lebensräumen wie Wohnungen, Schulen, Büros sowie auch in Verkehrsmitteln zu messen und wissenschaftliche Daten zu sammeln, um Risiken vorzubeugen.

Gesunde Luft in Schulen – Thema der ORTQAI-Tagung 2023

Der Verein ORTQAI fungiert als Austauschplattform. Er bringt zahlreiche Partner zusammen, darunter das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Amt für Luft, Lärm und nichtionisierende Strahlung des Kantons Genf (SABRA), welches das ORTQAI-Projekt in seinen Massnahmenplan für den Umgang mit gefährlichen Stoffen in der gebauten Umwelt 2018–2023 aufgenommen hat. Zu den Partnern von ORTQAI gehören auch Forschungszentren, Unternehmen und Planungsbüros, die in diesem Feld tätig sind.

Da hohe CO2-Konzentrationen die kognitiven Fähigkeiten von Kindern beeinträchtigen können, wird derzeit ein besonderer Schwerpunkt auf die Luftqualität in Schulen gelegt. ORTQAI ist der wichtigste wissenschaftliche Partner des von der HTA-FR geleiteten Projekts SCOL'AIR-FR, das zum Ziel hat, die Luftqualität in Freiburger Primarschulen zu kennen. Hierzu wird zwischen Herbst 2021 und Winter 2023 eine Feldstudie mit vier Messkampagnen in rund fünfzig Klassenzimmern durchgeführt. Die Luftqualität in Schulen ist auch Thema der ORTQAI-Tagung 2023, die am 23. November in Freiburg stattfindet.

Das Smart Living Lab unterstützt die Zusammenarbeit für eine bessere Innenluftqualität

Das Smart Living Lab fördert gemeinsame Forschungsarbeiten der HTA-FR und der EPFL zum Thema Luftschadstoffe und Auswirkungen auf das Innenraumklima, die zur Sicherstellung einer nachhaltigen Gebäudequalität in der Schweiz beitragen. Joëlle Goyette Pernot, Radondelegierte des BAG für die Westschweiz und Leiterin der regionalen Radonfachstelle croqAIR, und Professor Dusan Licina, Leiter des «Laboratoire de l'environnement construit orienté sur l'humain» (HOBEL) der EPFL, arbeiten gemeinsam daran, ein besseres Verständnis der Luftverschmutzung in Innenräumen und deren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden zu gewinnen.

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30. Oktober 2023

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